Corona-Info #2

Termin: 
18.05.2020 (Ganztägig)

Liebe Sängerinnen und Sänger, verehrte Mitglieder,
kaum hatten wir das vorherige Schreiben "Update #1" in der Woche vom 27. April 2020 an
unsere Mitglieder weitergeleitet, erreichte uns die traurige Nachricht, dass eines unserer
Vereinsmitglieder an den Folgen einer Corona Covid-19 Erkrankung verstorben ist. Wir
beklagen diesen unerwarteten Verlust eines unserer Mitglieder sehr und unsere Gedanken
sind bei den Familienangehörigen.
Leider gibt es noch immer keinen verlässlichen Ausblick, wann sich die Restriktionen
ändern werden, und in welchen kleinen Schritten es gestattet sein wird, uns einem
halbwegs normalen Leben und geregeltem Singstundenbetrieb nähern zu dürfen.
Inzwischen aber macht sich in der Bevölkerung Ungeduld breit, Rufe nach progressiven
Lockerungen werden laut, einige davon wurden bereits umgesetzt oder beginnen in diesen
Tagen.
Da auch die Zusammenkünfte von Orchestern und Chören debattiert werden, und auch
hier Entspannung signalisiert wird, beurteilt Malte-Jörg Uffeln, Justitiar im Hessischen
Sängerbund und im Sängerbund Pfalz, die Situation noch als sehr kritisch. Dazu hat er
einen Artikel verfasst, der am 14.05.2020 auch auf der "Vorsprung-Online.de" Webseite
veröffentlicht wurde.
Der Vorstand der CGE teilt seine Auffassung uneingeschränkt und wird auch bis auf
Weiteres kein aktives Singen durchführen. Den Text des Artikels fügen wir diesem
Rundbrief bei. Darin enthalten sind auch weitere interessante Links zu anderen Artikeln in
direktem Zusammenhang mit den Gefahren des Singens und lauten Sprechens, die wir als
weitere Lektüre empfehlen.
Im Vertrauen, dass sich diese besondere Situation hoffentlich in der nahen Zukunft etwas
verbessern könnte, bitten wir weiterhin um Ihr Verständnis und danken für Ihre Geduld.
Halten Sie bitte weiter durch, auch wenn es ohne aktives Singen und Vereinsaktivitäten
besonders schwerfällt. Irgendwann wird es aber wieder aufwärts gehen.
Sobald es weitere Neuigkeiten gibt werden wir darüber berichten. Bis dahin: bleiben Sie
gesund!
Mit freundlichen Sängergrüßen,

Michael Horst

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1. Vorsitzender … / Seiten 2+3
https://vorsprung-online.de/leserbriefe/168841-offener-brief-an-vernunftkraft-main-kinzignaturpark-
spessart-e-v.html

Singen in der Corona-Krise – Leserbrief Malte-Jörg Uffeln – 14. Mai 2020
Der Steinauer Bürgermeister Malte Jörg Uffeln äußert sich in einem Leserbrief als Privatperson wie
er betont zum Thema "Singer in der Corona-Krise".
"Als aktiver Sänger bin ich verwundert über die Empfehlungen des HSMI und einzelner kommunaler
Spitzenverbände zum Ermöglichen von Singen in der Corona- Krise. Ich singe in einem 80 – Mann
starken Männerchor im 1. Tenor. Bei guten Gesangstunden sitzen wir mit 12 Männern im 1. Tenor
im Alter von 35 – 82 Jahren Stuhl an Stuhl. Wir singen leise – lauter und auch einmal laut: pp, mp,
p, f, ff in der Sprache der Partitur.
Jetzt sind u.a. folgende Empfehlungen in die Chor- und Orchesterwelt gesetzt worden auf Grund einer
Abstimmung von HSMI und den Kommunalen Spitzenverbänden:
Proben und Aufführungen von Chören und Orchestern möglich. In Abstimmung mit dem HMSI kann
es für mindestens vertretbar gehalten werden, wenn Chöre und Orchester unter Beachtung der
sonstigen Vorschriften zu Proben und Aufführungen zusammenkommen. Zwar ist der gemeinsame
Aufenthalt im öffentlichen Raum nur alleine, mit einer weiteren Person oder gemeinsam mit den
Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Für diverse Lebensbereiche
gelten diese Beschränkungen jedoch nicht bzw. mit abweichenden Vorgaben zu der Anzahl der
Teilnehmenden. Großzügigere Handhabungen sind nur in Bereichen möglich, in denen
Verantwortliche weitergehende Schutzmaßnahmen ergreifen sowie die Einhaltung sicherstellen und
überwachen müssen.
Dies ist beispielsweise bei Zusammenkünften und Veranstaltungen im Bereich der Kulturangebote
(sowohl Veranstaltungen als auch Einrichtungen), aber auch bei der Vereinsarbeit der Fall. Das
gemeinsame Proben kann in den Bereich der Kultur sowie unter den Oberbegriff der Vereinsarbeit
eingeordnet werden, für die einige Lockerungen nach den Anwendungshinweisen gelten. Konkret
wird es auf die hygienischen Bedingungen im Einzelfall sowie den Umgang mit der aktuell gestärkten
Eigenverantwortlichkeit der lokalen Akteure ankommen. Aktivitäten wie Sprechen und Singen
spielen beim Infektionsgeschehen eine besondere Rolle. Lautes Sprechen und Singen sollte aufgrund
der verstärkten Tröpfchenbildung, die auch über größere Distanzen verbreitet werden können,
vermieden werden. Den Beteiligten sollte also bewusst sein, dass das potentielle Verbreitungsrisiko
gerade in dem Kontext besonders hoch sein kann.
Dem Singen im Chor ist eigen eine körperliche Nähe. Auch lautes Sprechen und Singen und engere
Distanzen prägen Chorproben und Auftritte. Nicht zu verkennen ist, dass auch ein Singen bei
größeren Distanzen nicht unmöglich ist. Bei einem Chor mit 80 Aktiven bräuchten man dann aber
einen großen Saal oder eine Halle.
Für mich, der ich aktiver Sänger bin, Verantwortung als Justiziar zweier Chorverbände trage, sind
die Empfehlungen nicht akzeptabel. Es gilt für mich - Stand 14.05.2020 - nach wie vor folgendes:
Die Positionen berücksichtigen aus meiner Sicht nicht hinreichend die hinlänglich bekannten RKIRisikoprüfungskriterien.
Diese sind nachlesbar unter www.rki.de.

In jedem Fall hat bei „ Versammlungen, auch bei Chorproben seitens eines jeden Vereinsvorstandes
„eine Prüfung der RKI- Kriterien – wie nachfolgend dargestellt – zu erfolgen:
1. Erwartete Anzahl der teilnehmenden Personen
2. Struktur des Aufenthalts und der örtlichen Gegebenheiten ( Stehräume, Sitzplätze, besondere
Enge, Halle, Beengte Räume, Außengebiet, Belüftung etc.)
3. Erwartete Teilnahme von Personen aus Risikogebieten
4. Kontaktsituationen (face-to-face-Kontakt, Vielfalt an Gesprächspartnern)
5. Hygienesituation
Zu berücksichtigen sind wesentlich auch das Alter der Sängerinnen und Sänger. So haben „ältere
Männerchöre“ ganz andere Risiken als Kinder- und Jugendchöre, Pop- und Gospelchöre. In den
Positionen fehlt jegliche altersbezogene Betrachtung. Aus meiner Sicht müsste – wenn man
überhaupt ein solches Konzept entwickeln will – auch eine altersbezogene Prüfung erfolgen.
Der Fall des Domchors Berlin (https://www.berliner-kurier.de/kiez/32-corona-faelle-allein-inberliner-
domchor-li.80630
) sollte für uns – auch wenn es weh tut – Mahnung genug sein, aktuell
gerade nicht zu singen. Es ist nach wie vor „ allerhöchste Vorsicht“ geboten.
Vergleichbare Fälle können hier nachgelesen werden:
https://www.ndr.de/kultur/musik/Wie-riskant-ist-Chorsingen-in-Zeiten-von-
Corona,coronasingen100.html

https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-virtuelle-chorproben-in-der-coronakrise-baldauch.
2849.de.html?drn:news_id=1126531

Schlussendlich müssen wir gerade jetzt „noch“ klar wahrhaben, was wir nicht wahrhaben wollen:
Die Gesundheit unserer Sängerinnen und Sänger geht klar vor der Ausübung unseres Hobbys, dem
Singen im Chor. In einigen Wochen werden wir auch wieder im Chor singen. Woche für Woche
müssen wir das neu prüfen und entscheiden!"
Malte Jörg Uffeln
Gründau

Hier nochmal der komplette Brief als PDF-Datei

 

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